Am Wochenden schaute ich gemeinsam mit dem Mann die erste Folge der neuen Germany’s next Topmodel Staffel. Grundsätzlich ist das kein Programm, das ihn wirklich interessiert und dennoch schauten wir uns das an und aus – so mag man auf den ersten Blick meinen – völlig unterschiedlichen Hintergründen. Für mich ist es Unterhaltung, für ihn ist es Alltagspornografie und damit auch wieder irgendwie Unterhaltung, den “Fötzchen” dabei zuzusehen, wie sie es nicht bringen, wie sie über schmale Stege balancieren, auf Highheels einen Laufbandweltrekord brechen, sich einmal “ganz sexy” stylen sollen, sich im Großen und Ganzen zum Affen machen lassen von der Landesdomina Klum und ihren zwei schwulen Adjutanten. Es ist pures Schauspiel, Posse, Pop eine Gesellschaftsparodie und ich kann es nicht besser beschreiben, als es Marie Schmidt in der noch aktuellen ZEIT tat, in der sie über eine Serie schrieb, die uns immer wieder aufs Neue die wohlberechnete Erfüllung eines gut geölten Schemas verheißt und damit nichts anderes tut, als – tata – die Pornografie, die dafür einsteht, dass ein vergleichsweise begrenztes Spektrum menschlicher Vorfälle sich zuverlässig ereignet.
Artikel-Schlagworte: „Texte zur Kunst“
Les Filles en Vogue…
Sonntag, 25. Juli 2010
credit (links): paris rive gauche
At the beginning of each fashion season every house mannequin has assigned her own outfits to model, so schreibt Alicia Drake in A Beautiful Fall und meint damit soviel wie, dass die am Hause angestellte Damen Kleidung präsentierten, die ihnen auf den Leib geschneidert waren (abgesehen von der Tatsache, dass es angestellt Hausmodels gab, nach heutigen Verhältnissen kaum mehr vorstellbar). Und diese trugen sie in der Form, wie es der Designer vorsah, mit entsprechenden Accessoires und entsprechendem Styling. Eigenständig rumexperimentiert wurde nicht und so ist es nicht verwunderlich, als es zum Eklat kam, als Yves Saint Laurents Leib- und Magenmodel Victoire Doutreleau plötzlich in der Robe einer anderen daherkam und auch noch den Mut bewies, diese mit eigenen Stiefeln und locker auf die Schultern herabfallendes Haar zu kombinieren. The Muse had rebelled. Und damit war sie raus.
Mode für alle
Donnerstag, 10. Juni 2010Heute gehört mir die Welt, ein bisschen. “Mode für alle” heißt die aktuelle Ausgabe der Texte zur Kunst und das erste Mal ist auch ein Beitrag von mir dabei. Über die Skinny Jeans habe ich geschrieben: “Uniform des Mageren / Über die Persistenz einer Silhouette”. Husch, husch zum Zeitungskiosk Eures Vertrauens. Auch die anderen Texte sind sehr lesenswert!

