Damir Doma’s brandneue Mode für Frauen wäre ein Grund, nach Paris zur Fashionweek zu fahren. Ich werde aber nicht da sein, weil ich a) gerade in einer Phase bin, über Sinn und Unsinn meiner Anwesenheit bei Fashionweeks nachzudenken und b) lieber meine Energien auf meinen nahenden Californien-Trip lenke. Der erste Blick verrät Spannendes, auch wenn ich mehr Körpernahes wünsche und nicht mehr so angetan bin von wallenden Gewändern…
Adam Kimmel hat es gerne mit der Kunst. So kooperiert er schonmal mit den Fotografen Gerard Malanga (bekannt aus Andy Warhols Factory Umfeld) und Jim Krantz (dem Initiator des Marlboro Man) und lässt sich bevorzugt beraten von dem Kurator Neville Wakefield (der auch schon mal mit Nick Knights SHOWSTUDIO arbeitet) und dem Art-Director Alexander Wiederin (Another Magazine).
Wer die Inszenierung seiner aktuellen Kollektion während der Pariser Modewoche etwas befremdlich fand, mag diese vielleicht ein wenig besser verstehen, mit dem Wissen, dass es sich hierbei erneut um eine Kunst-Mode-Kooperation gehandelt hat. Mr. Kimmel mag nämlich keine simplen Präsentationen, lädt sein Tun lieber intellektuell auf und lässt sich hinreißen zu Aussagen wie: „Künstler sind definitiv interessanter als Modedesigner. Gallianos Arbeit wird in 100 Jahren vergessen sein. Die Bilder im Louvre nicht.“
In Paris wird Damir Doma seine erste Frauenkollektion präsentieren. Ohne bisher ein Teil gesehen zu haben, weiß ich schon jetzt, dass ich sie sicher mindestens sehr gut finden werde. Im bewegten Bild hier noch einmal seine kommende Männerkollektion, die er im Januar in Paris vorstellte.
Die Artisanal Kollektion aus dem Hause Margiela ist sowas wie eine Haute Couture Linie, nur irgendwie cooler. Haute Couture ist ja nicht so meins, Margiela schon, jedenfalls jetzt noch…
heißt es in einem Kommentar bei The Fashionisto zur AW 2010 Kollektion von Julius. Ich muss zugeben, dass ich nicht viel weiß über das japanische Label, das so herrlich düster ist und auch Kunst macht, die herrlich düster ist – ein komplettes Weltuntergangsimage verkauft. Wie schön, dass die Welt morgen noch nicht untergeht, so dass man sich jede Saison aufs Neue wieder darauf vorbereiten kann.
Charles Guislain, Lieblingskind der Pariser Modemenschen ist nun auch unter die Blogger gegangen. Zur Männermodewoche in Paris bloggt er auf A Shaded View on Fashion unverblümt seine Sicht der Dinge in den Internetäther. So z.B. zu Lanvin:
I was quite sure to see another declension of the eternal Lanvin’s man with his eternal classical suit and bow tie. But no… This season was a revival of this man.
Während ich in Berlin meinen Lokalpatriotismus zu hinterfragen beginne, wird in Paris Mode geschrieben. So ist es meistens und so ist es diesmal eben auch wieder. Im Grunde kann man sich jede Fashionweek sparen und all seine Energie auf Frankreich konzentrieren und so haben Haider Ackermann, Raf Simons, Marios Schwab und Peter Pilotto (die beiden letzteren mit einer “Website launching soon” Meldung…) allesamt recht, wenn sie im sonst sehr enttäuschenden Interview zum Thema “The Future of Fashion” im aktuellen ACHTUNG Magazin behaupten, Paris bleibe auch langfristig die für die Mode wichtigste Stadt, dem ich insofern zustimmen kann, als dass in Paris die Dinge passieren, die die Mode jenseits von B-Prominenz und Absatz interessant machen.
Über Parfüm zu schreiben ist eine dieser journalistischen Herausforderungen, die ich so liebe, weil sie so herrlich herausfordernd sind. Maison Martin Margiela lanciert dieser Tage in Paris einen Duft und wenn ich mich recht erinnere den ersten überhaupt (ich bitte um Korrekturen). Es scheint als habe sich Mr. Rosso, kaum ist der Herr aus dem Hause, flott ein paar Marketinggimmicks einfallen lassen…
Nicole Phelps mag Recht haben, wenn sie schreibt, dass die bloß in den drei Schattierungen schwarz, weiß und grau gehaltene Kollektion, die Kris van Assche für den Sommer 2010 im Oktober in Paris vorstellte nicht für eine brodelnde Runway Show gereicht haben mag. Seltsam, dass sie das dennoch zu erwarten gehabt schien, trotz der Aussage van Assches vor der Show: “With everything that’s going on, it had to be about what’s essential”.