Jeder Text baut sich als Mosaik von Zitaten auf, jeder Text ist Absorption und Transformation eines anderen Textes. An die Stelle des Begriffs der Intersubjektivität tritt der Begriff der Intertextualität, und die poetische Sprache lässt sich zumindest als eine doppelte lesen.
“Für Julia Kristeva ist kein Text ein selbstgenügsames Gebilde; jeder Text besteht aus einem Bündel von Zitaten, ist ein Kreuzungspunkt anderer Texte und gibt für deren „Permutation und Transformation“ (Umstellung und Umwandlung) unter dem Einfluss seiner ideologischen Voraussetzungen den Schauplatz ab. Dabei umfasst der Begriff „Text“ nicht nur geschriebene Texte, sondern kulturelle Phänomene überhaupt, insofern sie Elemente einer Struktur sind. Ein solcher „Text“ ist somit nicht stabil und fest umrissen, sondern offen für Interpretationen, von denen keine Endgültigkeit beanspruchen kann. Bedeutung kann damit nicht mehr von einem Autor bzw. Schöpfer in einen Text hineingelegt werden, sondern wird erst von der Interpretation hervorgebracht, wobei der Interpret seinen eigenen Text natürlich genauso wenig kontrollieren kann wie der Verfasser des Ausgangstextes, so dass dieser Prozess der Semiose prinzipiell unendlich, ein Standpunkt außerhalb des Textes unmöglich ist.”
via Intertextualität – Wikipedia.
Vgl. auch dazu “Die Autorin Helene Hegemann hat abgeschrieben. Na und?” Feuilleton DIE ZEIT, 11.02.2010