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	<title>leben mode kunst etc. &#187; Helene Hegemann</title>
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		<title>Tresor welcomes Helene</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 20:38:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret</dc:creator>
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credit: William Minke
Wer da jetzt alles da war, gestern Abend im Tresor, weiß ich nicht. Ein paar übliche Verdächtige, die die Agentur im Verteiler hat und die sich schön machen auf jeder Party, ein paar Kulturmenschen und sicher auch viele Neugierige, die möglicherweise gar nicht gekommen wären ohne Skandal, den die kleine Helene vom Zaun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Helen-hegemann-und-Nicolette-Krebitz1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1350" title="Helen hegemann und Nicolette Krebitz" src="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Helen-hegemann-und-Nicolette-Krebitz1.jpg" alt="" width="500" height=" " /></a><br />
<em>credit: William Minke</em></p>
<p>Wer da jetzt alles da war, gestern Abend im <a href="http://www.tresorberlin.de/">Tresor</a>, weiß ich nicht. Ein paar übliche Verdächtige, die die Agentur im Verteiler hat und die sich schön machen auf jeder Party, ein paar Kulturmenschen und sicher auch viele Neugierige, die möglicherweise gar nicht gekommen wären ohne Skandal, den die kleine Helene vom Zaun brach.</p>
<p><span id="more-1342"></span></p>
<p><a href="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Foto2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1354" title="Foto" src="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Foto2.jpg" alt="" width="500" height=" " /></a></p>
<p>So Recht geht das, was da in den letzten Wochen in den Feuilletons und im Internet vor sich ging, nicht zusammen für mich, mit einem kleinen Mädchen, das so gar nicht dick und hässlich ist, wie ihr oft vorgeworfen wurde – so absurd das niedergeschrieben hier jetzt klingen mag. Helene wirkt ganz wunderbar, herzlich, nett, liebenswert, schön, ein bisschen zerbrechlich, kuscheln mag man mit ihr auf einem großen gemütlichen Sofa, mit einer Flasche Rotwein und ein bisschen reden über die Welt, wie sie sie versteht, als 18jährige, die so sehr viel mehr zu verstehen scheint, als viele andere, oder jedenfalls in der Lage ist, dies mitzuteilen. An der Decke des Partyraums kleben pinke Luftballons, wie es sich gehört für die Fete einer nun 18jährigen, es gibt einen Kuchen, die Familie feiert ein bisschen abgeschottet rechts hinter dem DJ-Pult.</p>
<p><a href="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Helene-Hegemann-liestII.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-1345" title="Helene Hegemann liestII" src="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Helene-Hegemann-liestII-682x1024.jpg" alt="" width="500" height=" " /></a></p>
<p>Nach der Lesung kann man Getränkegutscheine einlösen, an der überfüllten Bar, für einen Wodka Cranberry oder eine Weißweinschorle. Helene signiert Bücher. Ganz absurd wirkt das, untergründig und ganz weit weg von der aktuellen ZEIT, die bei mir auf dem Schreibtisch liegt, mit der Titelgeschichte über „Die Kunst des Täuschens“, einem Feuilleton, dass sich ganz widmet der Geschichte um Helenes Buch und dem Krieg, den sie entfachte, zwischen Internet und Print und zwischen Feuilleton und Feuilleton und Literaturkritikern und Literaturkritikerkritikern, Krieg zwischen allen irgendwie, der viele auf den Plan ruft, die nichteinmal das Buch gelesen haben, geschweige denn geschaut, wer überhaupt dahinter steht, ein verdammt scharfer Geist, bei dem ich mir noch nicht sicher bin, inwiefern er überhaupt in der Lage ist zu fassen, was er geschaffen hat, etwas, das nun erst Form annimmt, sich mir erschließt und das ich vorher nur als „groß“ in der Lage war zu beschreiben.</p>
<p><a href="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Konfetti.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-1346" title="Konfetti" src="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Konfetti-1024x682.jpg" alt="" width="500" height=" " /></a></p>
<p><a href="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/partyII.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-1347" title="partyII" src="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/partyII-1024x682.jpg" alt="" width="500" height=" " /></a></p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2010/08/Helene-Hegemann-Medien">Die alten Männer und das junge Mädchen</a> schreibt Iris Radisch und meint einen Haufen alter Literatursäcke, die „einschlagen“ auf etwas, das sie nicht verstehen, nicht verstehen können und krampfhaft nach Wegen suchen, das Geschehene in ein Raster zu pressen und ganz nebenbei passiert vielleicht etwas, das Florian Illies noch vor wenigen Wochen unter dem Titel <a href="http://www.zeit.de/2010/05/Vatermord?page=all">Aufruf zum Vatermord</a> im ZEIT Feuilleton vermisste, den Drang das Seiende zu überschreiten, um Neues schaffen zu können. Wo sind sie, die jungen Wilden, die aus dem Schatten der Väter heraustreten und die Welt vorantreiben? Helene hat einfach ein Buch geschrieben, das passt, das Buch, das diese Zeit verdient, auf die Art und Weise wie es gemacht gehört, weil es so zeitgenössische ist, so Jetzt. Und endlich gibt es wieder ein Buch, das etwas verändert hat, worüber man mal reden kann im Deutsch LK. Der Teufel kam in Gestalt eines kleinen blonden Mädchens, dessen Haare ihm dicht ins Gesicht hängen und ich kann nicht umhin, das Mädchen einmal kurz zu drücken, zum Geburtstag und auch ein bisschen zum Dank dafür, das mal wieder was los ist, im deutschen Feuilleton.</p>
<p><a href="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Geburtstagskuchen.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-1348" title="Geburtstagskuchen" src="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/Geburtstagskuchen-1024x682.jpg" alt="" width="500" height=" " /></a></p>
<p>Alle Fotos (bis auf das zweite) credit: William Minke</p>
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		<title>Finally</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 21:38:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/l_1600_1200_A55325B7-1DDB-4BDF-A6B8-D1ED8E953496.jpeg"><img class="alignnone size-full wp-image-364" src="http://fnart.org/wp-content/uploads/2010/02/l_1600_1200_A55325B7-1DDB-4BDF-A6B8-D1ED8E953496.jpeg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
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		<title>Intertextualität</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 00:35:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Intertextualität]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Kristeva]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder Text baut sich als Mosaik von Zitaten auf, jeder Text ist Absorption und Transformation eines anderen Textes. An die Stelle des Begriffs der Intersubjektivität tritt der Begriff der Intertextualität, und die poetische Sprache lässt sich zumindest als eine doppelte lesen.
&#8220;Für Julia Kristeva ist kein Text ein selbstgenügsames Gebilde; jeder Text besteht aus einem Bündel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Jeder Text baut sich als Mosaik von Zitaten auf, jeder Text ist Absorption und Transformation eines anderen Textes. An die Stelle des Begriffs der Intersubjektivität tritt der Begriff der Intertextualität, und die poetische Sprache lässt sich zumindest als eine doppelte lesen.</p></blockquote>
<p>&#8220;Für Julia Kristeva ist kein Text ein selbstgenügsames Gebilde; jeder Text besteht aus einem Bündel von Zitaten, ist ein Kreuzungspunkt anderer Texte und gibt für deren „Permutation und Transformation“ (Umstellung und Umwandlung) unter dem Einfluss seiner ideologischen Voraussetzungen den Schauplatz ab. Dabei umfasst der Begriff „Text“ nicht nur geschriebene Texte, sondern kulturelle Phänomene überhaupt, insofern sie Elemente einer Struktur sind. Ein solcher „Text“ ist somit nicht stabil und fest umrissen, sondern offen für Interpretationen, von denen keine Endgültigkeit beanspruchen kann. Bedeutung kann damit nicht mehr von einem Autor bzw. Schöpfer in einen Text hineingelegt werden, sondern wird erst von der Interpretation hervorgebracht, wobei der Interpret seinen eigenen Text natürlich genauso wenig kontrollieren kann wie der Verfasser des Ausgangstextes, so dass dieser Prozess der Semiose prinzipiell unendlich, ein Standpunkt außerhalb des Textes unmöglich ist.&#8221;</p>
<p>via <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intertextualit%C3%A4t">Intertextualität – Wikipedia</a>.<br />
Vgl. auch dazu &#8220;Die Autorin Helene Hegemann hat abgeschrieben. Na und?&#8221; Feuilleton DIE ZEIT, 11.02.2010</p>
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		<title>Mifti</title>
		<link>http://fnart.org/2010/02/03/mifti/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 16:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zuerst unterhalten die sich also darüber, dass es ihnen allen Schwierigkeiten bereitet, die Begriffe Signifikat und Signifikant auseinanderzuhalten. Ich sage, dass ich in erster Linie Schwierigkeiten mit der Unterscheidung von Obi und Media Markt habe, aber niemand lacht.
Helene Hegemann: &#8220;Axolotl Roadkill&#8221;, S. 188
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Zuerst unterhalten die sich also darüber, dass es ihnen allen Schwierigkeiten bereitet, die Begriffe Signifikat und Signifikant auseinanderzuhalten. Ich sage, dass ich in erster Linie Schwierigkeiten mit der Unterscheidung von Obi und Media Markt habe, aber niemand lacht.</p></blockquote>
<p>Helene Hegemann: &#8220;Axolotl Roadkill&#8221;, S. 188</p>
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		<title>Axolotl Roadkill:Dehydriert und gleichzeitig überflüssig</title>
		<link>http://fnart.org/2010/01/31/axolotl-roadkill-sich-dehydriert-und-gleichzeitig-uberflussig-fuhlen-helene-hegemann/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 20:51:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Ja, Helene Hegemann ist 17. Einige gehen bewusst nicht darauf ein, andere hängen sich an diesem Faktum auf (auch hier und hier). Ich frage mich, ob ich überhaupt in der Lage gewesen wäre, damals mit 17 einen Roman zu schreiben. Es gab da diesen Jungen, den meine Eltern nicht mochten, ein paar Mitschüler, die mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/WT_QDCEv4dM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/WT_QDCEv4dM&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Ja, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helene_Hegemann">Helene Hegemann</a> ist 17. Einige gehen bewusst nicht darauf ein, andere <a href="http://www.welt.de/kultur/article5918038/Hegemann-feiert-die-Kommune-im-Kapitalismus.html">hängen sich an diesem Faktum auf</a> (auch <a href="http://www.zeit.de/2010/04/L-B-Hegemann?page=all">hier</a> und <a href="http://www.faz.net/s/RubFEAF43CC745D45CEB08AF19F9772927A/Doc~E492DD1750DD14366A1CE383F59C66082~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">hier</a>). Ich frage mich, ob ich überhaupt in der Lage gewesen wäre, damals mit 17 einen Roman zu schreiben. Es gab da diesen Jungen, den meine Eltern nicht mochten, ein paar Mitschüler, die mich nicht verstanden. Im Großen und Ganzen der ganz normale Wahnsinn, denn man so erlebt, mit 17 in der Peripherie.</p>
<p><span id="more-1176"></span></p>
<p>Meine Eltern leben noch, mein Vater war nicht irgendein ziemlich bekannter Chefdramaturg und ich hatte nicht die Möglichkeit, <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/profil/856870/">ein Theaterstück</a> zu schreiben und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=F-OVdHXU8f0&amp;feature=related">einen Film</a> zu drehen, für den sich andere Menschen interessierten. Trotzdem verstehe ich irgendwie worum es geht, bei Helene Hegemann, und vor allem worum nicht, nämlich nicht darum, ein Buch zu schreiben, dass sich in irgendeine Tradition zu stellen versucht.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/C3gUOhm1jNw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/C3gUOhm1jNw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Helen macht ihr Ding und das recht konsequent, indem sie z.B. nicht in die Schule geht, sondern lieber bei Dussmann Bücher liest. Mit dem Geld, das sie durch Verkauf und Vermarktungsstrategien ihres Romans <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteinhc/buch.php?id=16125&amp;page=buchaz&amp;sort=&amp;auswahl=&amp;pagenum=1">Axolotl Roadkill</a> verdienen wird, kann sie künftig einfach alle Bücher, die sie interessieren, kaufen &#8211; Agamben und Foucault z.B. – sie könnte aber auch das Abitur nachholen. Aber wozu eigentlich?</p>
<p>Mifti ist die Protagonistin ihres Romans und obwohl darin nach eigenen Angaben nur dezente Anleihen aus dem eigenen Leben enthalten sind, kommt man beim Lesen nicht umhin, sich permanent Helene Hegemann in der Rolle der wohlstandsverwahrlosten 16jährigen Göre vorzustellen. Berlin ist der Handlungsort, wo sonst, und der Leser darf gemeinsam mit der permanent zugedröhnten Mifti durch sämtliche bekannte Eckpfeiler des Berliner Wahnsinns stolpern. Das klingt jetzt vielleicht gar nicht mal so interessant, ist es aber seltsamerweise doch. Mit jeder Seite die man liest, steigt die Erwartung an den Moment, an dem man das Buch mit einem verächtlich, angewiderten Blick in die Ecke werfen möchte. Aber, er kommt einfach nicht, der Moment, und plötzlich ist das Buch zu Ende mit einem Brief, den die tote Mutter an ihre Tochter schreibt: „Du bist Abschaum, Schatz, du bist die Krätze, und ich hoffe, dass du weißt, dass dein Lächeln inzwischen Risse aufweist.“</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/R6pm77H-mug&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/R6pm77H-mug&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Worum es in dem Buch geht, wird nicht unbedingt deutlich. Eine Handlung jedenfalls gibt es nicht wirklich. Mifti lebt mit ihren Halbgeschwistern Edmond und Annika in Berlin Mitte, in einer verwahrlosten Wohnung, die vergeblich von einer Haushälterin einigermaßen in Schuss gehalten wird. Der Vater ist ein erfolgreicher Künstler, der mit seiner Geliebten ein paar Straßen weiter lebt und am Verbleib seiner Kinder kein allzu großes Interesse zeigt. Während Mifti hin und wieder versucht, die Schule zu besuchen, daran meistens scheitert, schafft Annika es relativ erfolgreich für eine Werbeagentur zu arbeiten. Was Edmond wirklich macht, außer ab und an halbnackt die Kastanienallee hinunterzulaufen und an diversen kreativen Projekten zu arbeiten, wird im Laufe des Buches nicht völlig ersichtlich.</p>
<p>Hauchzart legt sich über den Wahn aus Drogenkonsum und zugedröhntem Abhängen in der Geschwisterwohnung und in den Lofts reicher Freunde eine Liebesgeschichte, die einem zunächst gar nicht wirklich auffallen möchte. Alice ist so was wie ein Schutzengel, der Mifti nach ihrem ersten Heroinversuch vor einem unreflektierten Selbstmord rettet, sonst aber nur in Miftis Gedanken auftritt. Die ältere Frau, die als Fotografin und DJ  arbeitet und irgendwie nicht so recht mitspielt im Drogensumpf und mit der Mifti wohl kurz eine Liebesbeziehung hat.</p>
<p>Und trotzdem möchte man es fertig lesen, diese Aneinanderreihung von Fragmenten, Gedankenfetzen, SMS- und Emailtexten, durch die man glaube ich nur problemlos hindurchfließen kann, wenn man nicht älter als 30 ist. Maxim Biller, dem ich an dieser Stelle unterstelle in Helene Hegemann verknallt zu sein, schrieb in der FAS von letzter Woche, dass „alle zehn Jahre in Deutschland ein Buch erscheint, das nur die lesen sollten, die es angeht“.</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/iLOHpZMVC5c&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/iLOHpZMVC5c&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p>Und wenn viele denken, dass es sich dabei um eine Art Fortsetzung von „Feuchtgebiete“ handelt, ist es doch ganz anders, vielleicht auch darum, weil Helene Hegemann eben nicht Charlotte Roche ist, sondern irgendwie doch Mifti und man sich ein bisschen Sorgen um sie macht und bei vielen Textstellen hofft, dass sie keinen real biografischen Hintergrund haben. Mit &#8220;Feuchtgebiete&#8221; kann man „Axolotl Raodkill“ nur insofern vergleichen, als dass Helene Hegemann gelingt, was bei Charlotte Roche als kläglicher Versuch scheiterte: Ein Buch zu schreiben, über das man reden möchte, Dinge zu sagen, die man nur einer 17jährigen abnehmen kann, die auf jede Konvention scheißt.</p>
<p>Und was bringt es? Auf eine sonderbare Art und Weise die Gewissheit, dass alles doch gar nicht so schlimm ist und dass man auch ganz alleine und aus sich heraus Großes leisten kann, aber wohl nur dann, wenn man noch nicht 30 ist und fest steckt in der Maschinerie der Übereinkünfte. Danke Helene.</p>
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