…das geringste Übel.

13. Juli 2011, von mahret

Gestern, als ich bei der Arbeit mit einer lesbischen Frau “flirtete”, dachte ich, dass es doch vielleicht ganz nett sein könnte, lesbisch zu sein. Ob Frauen, die Frauen lieben auch manchmal daran denken, wie es sein könnte, Männer zu lieben? Das Zusammenleben mit Männern gestaltet sich ähnlich wie eine politisch Wahl: Man sucht sich das geringste Übel aus einer Reihe insgesamt unbefriedigender Kandidaten las ich heute… Vielleicht sind Frauen insgesamt auch recht unbefriedigende Kandidatinnen!? Vielleicht ist überhaupt alles recht unbefriedigend. Das Gegenteil könnten die Arbeiten von Francisca „FRA“ Silva – the hottest Macho in town – beweisen, allesamt im Eigenverlag produzierte Magazine in Kleinstauflage.

The Tree of Life…

12. Juli 2011, von mahret

credit: Concorde.

…ist mit Sicherheit einer der wahnsinnigsten Filme, die ich je gesehen habe, vielleicht der wahnsinnigsten Dinge überhaupt. Möglicherweise saß ich die ganze Zeit mit aufgerissenen Augen und weit geöffnetem Mund im Kino. Ich kann mich nicht erinnern, überhaupt habe ich so ziemlich alles vergessen. Worum geht es eigentlich? Es geht “einfach” um alles! Und jede Kritik, jedes Lob, jeder Versuch darüber zu sprechen, vermag nicht dem Gesehenen, dem Erlebten zu begegnen und beschreibt es doch gleichzeitig zu genau. Und Terrence Malick ist irre, wenn er glaubt, das erzählen zu können was er erzählt und auf eine seltsame Art gelingt es ihm dennoch, indem er es einfach erzählt. So weiß er wohl sehr genau, dass der gesamte Film einfach nur verrückt ist und jede Kritik, die sich gegen eben jenes Wahnsinnige wendet, mag etwas Essentielles nicht verstanden haben. Und es ist ein bisschen so, als lachte Malick laut von der Leinwand herab, “ja, ihr Spinner, ich weiß es ist komplett irre, aber ich will es einfach genauso haben, weil es das ist, was ich erzählen möchte!” Möglicherweise ist es genau der Punkt in dem wir uns treffen, dass ich ihn in seinem Irrsinn verstehe und es dieses “ich scheiße auf alles” ist, dieses “ich will das aber so”, der Trotz, gehüllt in Sanftmut, der es schafft meine Seele zu berühren. Malick hat keinen Film gemacht, sondern ein Kunstwerk geschaffen und ich weiß nicht wie ich es weniger esoterisch klingen lassen kann, wenn mich ein “Film” erfasst, der bei allem Kitsch nie kitschig ist, bei aller Überladenheit nie überladen. An keiner Stelle war etwas zu viel und selbst die Dinosaurier gehörten einfach irgendwie dazu, ebenso wie die Szene als die Mutter die Seele ihres toten Kindes an Gott übergibt. Es ist alles so echt, so natürlich, so normal dass es mich ganz sprachlos macht, wie ein fremder Mensch, ein Christ, all das in Bilder fassen kann, woran ich zutiefst glaube. Und so würde ich ihn gerne umarmen und ihm danken, für seine Sicht, für sein Talent, völlig undogmatisch, voll Gnade, seine Sicht von etwas zu zeigen, was täglich in jedem von uns passiert. Und der Film endet genau in dem Moment, in dem ich denke, dass das Unaussprechliche ausgesprochen ist, um sich in der nächsten Sekunde wieder in Unendlichkeit aufzulösen, um mich klein und allein zurückzulassen mit aufgerissenen Augen und weit geöffnetem Mund, voll Staunen, no questions answered.

Berlin Catwalks

10. Juli 2011, von mahret

André Müller, der diesen April im Alter von 65 Jahren starb, sagte einmal folgendes über seine Art Interviews, von denen viele in der ZEIT erschienen sind, zu führen: “Ich habe in den anderen immer nur mich selbst vorgefunden, meine Not, meine Verzweiflung, mein Genuss am Absurden. Meine Interviews sind der durch die Anwesenheit wechselnder Partner gestörte Versuch mit mir selbst zu sprechen.” Ob Natascha versucht hat durch mich mit sich selbst zu sprechen, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls hat sie mit mir gesprochen. Die Fotos für das Interview hat Julia gemacht. Das Cover des Buches ist gewöhnungsbedürftig. Aber – so weiß ich mittlerweile – daran hat der Autor gemeinhin wenig mitzubestimmen. Der Inhalt ist gut und irgendwie ist es ja auch schon wieder lustig, dies über ein Buch zu sagen, das sich mit Mode (in Berlin) befasst.

Berlin Catwalks. Modische Abenteuer in der Hauptstadt
Natascha Binar und Katia Mossina
Grebennikov, Juni 2011

“Mentale Strafräume”

7. Juli 2011, von mahret

Im heute mit der aktuellen ZEIT erschienenen ZEIT Magazin schreibt Harald Martenstein über sein Unbehagen am Frauenfußball: “Beim Frauenfußball gibt es so einen wahnsinnig starken gesellschaftlichen Druck, es gut zu finden.” Man dürfe nicht über die Spielerinnen lästern, so wie man es für gewöhnlich über die Spieler tut. Wenn ein Männerspiel schlecht ist, hieße es “Ein grottenschlechter Kick. Fußball zum Abgewöhnen”, wenn aber ein Frauenspiel unterirdisch sei, hieße es “Es ist wirklich erstaunlich, welche Fortschritte der Frauenfußball in den letzten Jahren gemacht hat.”
Vor einer Woche durfte ich die Vorzüge des VIP Bereichs der Frankfurter Commerzbank Arena genießen. (Als ich das letzte Mal dort gewesen bin, hieß sie noch Waldstadion.) Samsung hatte zum gemeinsamen Schauen des Spiels Deutschland – Nigeria geladen. So saß ich nun da in der zweiten Reihe auf gepolsterten Klappsesseln bei Gratis-Bier mit prächtigem Blick aufs Spielfeld und dachte die ganze Zeit, wie toll es wäre, von hier aus ein Spiel der Männer WM zu sehen.

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meet the “mahret pants”

6. Juli 2011, von mahret

Gestern tagsüber fand das Shooting für das neue Lookbook von JULIAANDBEN statt. Gestern abend wurde bei Weißwein und Zigaretten beschlossen, die Kollektion Faserland zu nennen. 90s dirty preppy ist die Inspiration. Besonders angetan haben es mir die Mahret Pants – was nicht nur am Namen liegt – es mag auch daran liegen, dass es praktisch eine Maßanfertigung ist, die nun hier an Model Janine Henkes ein wenig schlabbert. Ich bin dann doch ein bisschen dicker… Die Kollektion, die deutlich erwachsener daherkommt als die früheren, ist ab heute im Collect Showroom zu sehen. Ich finde das ja gut mit den mehr Farben, trage ich doch selbst neuerdings gerne so Absonderliches wie neon-orange (nicht nur an den Füßen!).Vielleicht ist dieses Verharren in der Tristesse ruinöser Architekturen irgendwie auch vorbei… – nicht nur rein räumlich!?

MBFW Berlin SS 2012 #01
…und es geht alles immer weiter.

6. Juli 2011, von mahret

10 Uhr: Michael Sonntag
15 Uhr: Twittern für Strenesse. Kann man dann im Livestream lesen.
16.30 Uhr: Designer for Tomorrow Award
18 Uhr: Strenesse Show

mehr.

pas de deux, pt.02

5. Juli 2011, von mahret

being young is one thing
most people are pretty good at.

5. Juli 2011, von mahret

While being young is one thing that most people are pretty good at, it is more unusual to be exceptionally good at something when you are very young. Acne Paper No.12 focuses on the young people who express great devotion to a creative practice from an early age or the young who breathe new life into old artisanal traditions.

pas de deux

28. Juni 2011, von mahret

Wenn Wayne McGregor nicht für Radiohead arbeitet, dann sieht das so aus.
Mehr auf arte.

Balsam.

28. Juni 2011, von mahret

Kann sich jeder auch selbst holen:

http://aleatorik.hfg-karlsruhe.de/tba-evite.php?name=Mahret

URL in Browserfenster kopieren und am Ende “Mahret” durch einen Namen der Wahl (am besten den eigenen) ersetzen und Seite immer wieder neu laden und freuen.
Teil des Diploms von Martin Borst.