Archiv für die Kategorie „Theorie“

Die Paradoxien der Mode #04

Donnerstag, 17. Februar 2011

Was ist Originialität? Wann ist ein Mensch authentisch, wann ist er ehrlich er selbst? Zunächst kann festgestellt werden, dass es im modernen Menschen einen Drang dorthin gibt, Antworten auf diese Fragen zu finden. Es ist geradezu abhängig von diesem Drang, so sieht es jedenfalls Pascal, den Elena Esposito in Kapitel 4 zitiert.
Während des Versuchs diese grundsätzlichen Fragen zu behandeln, stellt die Soziologin zunächst fest, dass es im Zusammenhang mit dem Originalitätsbegriff unterschiedliche Pradoxien gibt die einer genaueren Untersuchung bedürfen…

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“…manche der schönsten Frauen sind
eben Männer.”

Donnerstag, 17. Februar 2011

Heute erscheint die neue ZEIT samt ZEITMAGAZIN – auch wenn ich sie mir erst morgen für meine lange Zugfahrt kaufen werde. Die Redaktion war so nett, mir die Fotostrecke mit Model Andrej Pejic, fotografiert von Jürgen Teller zuzuschicken. Neben den Bildern ist vor allem der Text Tillmann Prüfers spannend, der einen kurzen Einblick in ein Thema gibt, mit dem ich mich im größeren Rahmen auch aktuell für meine Doktorarbeit befasse (die ich im übrigen ganz alleine schreibe!). Es geht um das Verschwinden der Geschlechtergrenzen in der Mode…
Die Körper werden immer magerer und androgyner, immer geschlechtsloser, so dass oft nicht mehr auszumachen ist, ob es sich nun um eine Frau oder einen Mann handelt – spannend auch, dass es immer weniger eine Rolle zu spielen scheint. Prüfer lehnt sich ein bisschen aus dem Fenster und bezeichnet Pejic als Ikone seiner/ihrer Zeit, holt sich an anderer Stelle aber selbst wieder weiter rein ins Haus, indem er noch Tilda Swinton mit ins Ikonenboot setzt.
Wen dieser ganze Themenkomplex genauer interessiert, dem empfehle ich die Lektür Judith Butlers. Besonders Das Unbehagen der Geschlechter und Körper von Gewicht, in dem es um die “diskursiven Grenzen des Geschlechts” geht. Wirklich richtig neu ist der Diskurs nämlich nicht. Simone de Beauvoir hatte schoneinmal etwas ähnliches angestoßen. Breitere theoretisch Durchsetzung fand das Thema Geschlechtergrenzen dann mit Butler in den 90ern. Jetzt scheint es an die breitere gesellschaftliche Oberfläche zu kommen. Es tut sich was im Geschlechterwald und vor diesem Hintergrund erscheinen Debatten um Frauenquoten schier antik!

Weitere Bilder nach dem Sprung…

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Die Paradoxien der Mode #03

Dienstag, 15. Februar 2011

In Teil 01 und 02 habe ich die Kapitel 1 – 3 aus Elena Espositos “Paradoxien der Mode” zusammengefasst. Im ersten Teil,  beschrieb ich die Zielsetzung Espositos, die Mode als exemplarisches Phänomen der Moderne zu analysieren. In ihren Paradoxien, die in ihrer jeweiligen Instabilität doch gemeinsam eine gewisse Stabilitität zu erzeugen vermögen, sieht Esposito ein für weitere Phänomene der Moderne beispielhaftes Konglomerat.
In Teil 2 ging es darum zu zeigen, wie es im 17. Jahrhundert, zur Zeit des Barock, erstmals zu einer Aufspaltung der klassischen Inhärenz von Schein und Sein kam, welches auf ein Aufbrechen der einen klassischen Ordnung der Welt zurückzuführen ist. Diese Aufspaltung stellt die Grundlage für ein modernes Kontingenzverständnis dar, demzufolge es nicht die eine Ordnung gibt, sondern unendliche viele Ordnungen, die jeweils von Wissen und Zeitpunkt sowie vom Subjekt der Aussage abhängen. Ein Schein führt demnach nicht automatisch auf ein bestimmtes, gegebens Sein zurück, sondern ist in seinen Ausprägungen ebenso vielfältig wie die Seinsformen, auf das es jeweils verweist…

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Stilbibel.

Dienstag, 15. Februar 2011

Letztes Jahr ist eines der Standardwerke des subkulturellen Stils von PYMCA neuaufgelegt worden. Als absolute Befürworterin des 90s Revivals empfehle ich jedem der sich ebenso freut wie ich, die Lektüre Ted PolhemusStreet Style zur Inspiration. Zudem kann es auch nie schaden, in welchem Bedeutungszusammenhang bestimmte Stilmerkmale stehen. In den 90ern, in denen fröhlich in der subkulturellen Kiste gewühlt wurde, ist einiges über Bord gegangen. So hält sich beispielsweise bis heute wacker der Vorwurf, Skins seien per se Anhänger rechtsradikalen Gedankenguts (gewesen).
Und wer dann noch mehr lesen will, der kann das dann bei Dick Hebdige tun. Subculture: The Meaning of Style ist freundlicherweise mal im Auftrag Diedrich Diederichsens ins Deutsche übersetzt worden und als pdf online verfügbar.

Die Paradoxien der Mode #02

Donnerstag, 10. Februar 2011

Der Begriff der Kontingenz beschreibt, einfach gesagt, eine Fülle an Möglichkeiten. Je mehr es davon gibt, desto schwieriger ist es, ein stabiles Weltbild zu gestalten. Keine Aussage kann als eindeutig wahr oder unwahr, unabhängig von Wissen und Zeitpunkt sowie vom Subjekt der Aussage angesehen werde. Im klassischen Zeitalter gab es diese Probleme nicht. Da gabe es eine gottgegebene Wahrheit und somit keine im heutigen Sinne verstandene Kontingenz. Die Art und Weise etwas zu tun oder zu sein bezog sich nur auf sekundäre, veränderbare Eigenschaften, veränderbar hin zu den dauerhaften, allgemein anerkannten Eigenschaften. Mit anderen Worten: Ein Ding konnte zwar eine von der Allgemeinheit abweichende Eigenschaft aufweisen, diese wurde ihm aber nicht als primär zugestanden, sondern als prinzipiell veränderbar, hin zu einer gegebenen Ordnung der Dinge. Der Schein verwies zwar auf ein Sein, aber eben auf ein allgemeines und nicht auf ein originäres.

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Die Paradoxien der Mode #01

Dienstag, 8. Februar 2011

Ich lese gerade Elena Espositos Paradoxien der Mode, in dem es in erster Linie darum geht, die Mode als System Beobachter Zweiter Ordnung zu begreifen und gleichzeitig als “semantische Lösung, die das Problem des Einbruchs von Kontingenz und zugleich die Notwendigkeit, Formen der Kontrolle auszubilden, erbt und reflektiert.” Das klingt zunächst komplizierter als es eigentlich ist. Es gibt einige Paradoxien, die sich in der Mode vereinen. Die drei zentralen sind dabei: 1. Das Individuum macht, was die anderen machen, um individuell zu sein (SOZIALE EBENE) 2. Die Mode sucht in ihrer Veränderung ihre Form von Beständigkeit (ZEITLICHE EBENE) 3. In dem Moment, in dem die Abweichung zur Normalität wird, büßt die Mode ihr Wesen ein (SELBSTAUFLÖSUNGSTENDENZ).

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08.02.2011
vortrag: konsumpoesie.

Montag, 7. Februar 2011


credit: kvhbf

Für eine wachsende Zahl von Menschen spielen einzelne Produkte eine so große Rolle für ihren Gefühlshaushalt und die Prozesse der Identitätsbildung, dass sie sich nicht mehr damit begnügen, als ‘Verbraucher’ aufzutreten; vielmehr verleihen sie dem Bedürfnis Ausdruck, über die Bedeutung der Produkte für ihr Leben zu reflektieren. So dokumentieren sie ihr Verhältnis zu Konsumprodukten etwa mit Fotografien, die sie dann im Internet veröffentlichen. Viele diese Fotos lassen sich als ‘Konsumpoesie’ beschreiben. Deren Stellenwert und Qualität soll vorgestellt und diskutiert werden.

8.02.2011, 19.00 Uhr
Wolfgang Ullrich: Konsumpoesie
Akademie c/o
Neuer Berliner Kunstverein
Chausseestrasse 128/129, 10115 Berlin

PS: Wolfgang Ullrich ist übrigens mein Doktorvater, das nur am Rande

just spectacle.

Samstag, 5. Februar 2011

http://guydebord.com/
via mottodistribution.

thinking about exhibitions:
AWARE: Art Fashion Identity

Freitag, 4. Februar 2011

We definitely missed that one. Gut, dass es auf der Website die Möglichkeit gibt, einzelne Arbeiten im Videoportrait zu sehen. Ich bin sowieso kein großer Freund der Modeausstellungen. Meiner Meinung nach ist da noch keine adäquate Präsentationsform im musealen Raum gefunden worden. Einfach die Klamotten auf Puppen zu präsentieren, ist irgendwie nix. Da sollte noch mehr gehen… Es gibt Ausstellungen, die das probieren. Aware hat es teilweise probiert. Die Installation Hussein Chalayans zeigt den Versuch (die Hussein Chalayan Ausstellung von 2009 im Londoner Design Museum hat es auch ganz gut hinbekommen. Im Video hier)… Ich bin gespannt, wie die Japan-Ausstellung im Müchner HdK aussehen wird. Thinking about exhibitions, ist das, was ich gerade tue. Ich lasse Euch an dem Prozess teilhaben…

lektüre

Montag, 24. Januar 2011

Die Bibliothek als zweites Zuhause.