Am Wochenden schaute ich gemeinsam mit dem Mann die erste Folge der neuen Germany’s next Topmodel Staffel. Grundsätzlich ist das kein Programm, das ihn wirklich interessiert und dennoch schauten wir uns das an und aus – so mag man auf den ersten Blick meinen – völlig unterschiedlichen Hintergründen. Für mich ist es Unterhaltung, für ihn ist es Alltagspornografie und damit auch wieder irgendwie Unterhaltung, den “Fötzchen” dabei zuzusehen, wie sie es nicht bringen, wie sie über schmale Stege balancieren, auf Highheels einen Laufbandweltrekord brechen, sich einmal “ganz sexy” stylen sollen, sich im Großen und Ganzen zum Affen machen lassen von der Landesdomina Klum und ihren zwei schwulen Adjutanten. Es ist pures Schauspiel, Posse, Pop eine Gesellschaftsparodie und ich kann es nicht besser beschreiben, als es Marie Schmidt in der noch aktuellen ZEIT tat, in der sie über eine Serie schrieb, die uns immer wieder aufs Neue die wohlberechnete Erfüllung eines gut geölten Schemas verheißt und damit nichts anderes tut, als – tata – die Pornografie, die dafür einsteht, dass ein vergleichsweise begrenztes Spektrum menschlicher Vorfälle sich zuverlässig ereignet.
Archiv für die Kategorie „Models“
“…manche der schönsten Frauen sind
eben Männer.”
Donnerstag, 17. Februar 2011
Heute erscheint die neue ZEIT samt ZEITMAGAZIN – auch wenn ich sie mir erst morgen für meine lange Zugfahrt kaufen werde. Die Redaktion war so nett, mir die Fotostrecke mit Model Andrej Pejic, fotografiert von Jürgen Teller zuzuschicken. Neben den Bildern ist vor allem der Text Tillmann Prüfers spannend, der einen kurzen Einblick in ein Thema gibt, mit dem ich mich im größeren Rahmen auch aktuell für meine Doktorarbeit befasse (die ich im übrigen ganz alleine schreibe!). Es geht um das Verschwinden der Geschlechtergrenzen in der Mode…
Die Körper werden immer magerer und androgyner, immer geschlechtsloser, so dass oft nicht mehr auszumachen ist, ob es sich nun um eine Frau oder einen Mann handelt – spannend auch, dass es immer weniger eine Rolle zu spielen scheint. Prüfer lehnt sich ein bisschen aus dem Fenster und bezeichnet Pejic als Ikone seiner/ihrer Zeit, holt sich an anderer Stelle aber selbst wieder weiter rein ins Haus, indem er noch Tilda Swinton mit ins Ikonenboot setzt.
Wen dieser ganze Themenkomplex genauer interessiert, dem empfehle ich die Lektür Judith Butlers. Besonders Das Unbehagen der Geschlechter und Körper von Gewicht, in dem es um die “diskursiven Grenzen des Geschlechts” geht. Wirklich richtig neu ist der Diskurs nämlich nicht. Simone de Beauvoir hatte schoneinmal etwas ähnliches angestoßen. Breitere theoretisch Durchsetzung fand das Thema Geschlechtergrenzen dann mit Butler in den 90ern. Jetzt scheint es an die breitere gesellschaftliche Oberfläche zu kommen. Es tut sich was im Geschlechterwald und vor diesem Hintergrund erscheinen Debatten um Frauenquoten schier antik!
Weitere Bilder nach dem Sprung…
new moon on monday
Montag, 31. Januar 2011via CqC
The Female Incarnation.
Montag, 26. Juli 2010
credit: pichaus.com
Betty Catroux was the female incarnation of Yves Saint Laurent.
At least that’s what he called her.
Les Filles en Vogue…
Sonntag, 25. Juli 2010
credit (links): paris rive gauche
At the beginning of each fashion season every house mannequin has assigned her own outfits to model, so schreibt Alicia Drake in A Beautiful Fall und meint damit soviel wie, dass die am Hause angestellte Damen Kleidung präsentierten, die ihnen auf den Leib geschneidert waren (abgesehen von der Tatsache, dass es angestellt Hausmodels gab, nach heutigen Verhältnissen kaum mehr vorstellbar). Und diese trugen sie in der Form, wie es der Designer vorsah, mit entsprechenden Accessoires und entsprechendem Styling. Eigenständig rumexperimentiert wurde nicht und so ist es nicht verwunderlich, als es zum Eklat kam, als Yves Saint Laurents Leib- und Magenmodel Victoire Doutreleau plötzlich in der Robe einer anderen daherkam und auch noch den Mut bewies, diese mit eigenen Stiefeln und locker auf die Schultern herabfallendes Haar zu kombinieren. The Muse had rebelled. Und damit war sie raus.
boys boys boys
Sonntag, 11. Juli 2010
via CqC
Streng genommen ziehe ich persönlich Männer Jungs vor. Doch süß sind sie trotzdem, die Boys, die sich vor zwei Wochen in Paris zum Arbeiten versammelten. Justin Wu hat sich die Mühe gemacht, das geballte Jungtestosteron im bewegten Bild zu bannen und mit einem hübschen Sonntagnachmittagslied zu untermalen…
tattoo
Sonntag, 9. Mai 201090’s Heroin-Chic
Freitag, 7. Mai 2010Clinton, speaking about U.S. drug policy to a group of big-city mayors, took note of recent admissions by magazine editors that the “wasted addict” look in some fashion layouts has glamorized heroin use… (weiterlesen)
Die Ästhetik des Hageren
Dienstag, 2. März 2010Ich kann nicht umhin, Freja Beha Erichsens Körper ein gewisses ästhetisches Moment abzugewinnen. Ja, sie ist mager, zu mager, ja aber zu mager für was? Sex? Ja, das wohl schon, zu mager um als Frau wahrgenommen zu werden… Ein bisschen Mitleid bekomme ich mit ihr, mitnichten das Bedürfnis, einen ähnlichen Körper haben zu wollen. Ich denke auch nicht, dass von diesem eine Gefahr der Magersucht für irgendwen ausgeht. Ist es verwerflich ihren Körper einfach als das was es ist hinzunehmen? Der ikonografische Verweis ist natürlich auch nicht zu verachten.
via Julia Stelzner.
GO SEE PROJECT 2010
Mittwoch, 13. Januar 2010Zur Fashionweek werden sie wieder in der Stadt sein. Unzählige lange, dünne Mädchen und Jungs. Der in Berlin ansässige Fotograf Jonas Lindstroem macht sich diesen Umstand zunutze. Mehr Informationen über das Projekt hier.




