Archiv für die Kategorie „Mode“

Werbepause:
FASHIONATION by Peek&Cloppenburg

Donnerstag, 10. März 2011

Als in meinem Heimatdorf eine Peek&Cloppenburg Filiale eröffnete, war das erstmal ganz schön cool, weil es neben dem H&M plötzlich ein weitere Möglichkeit gab, halbwegs okaye Klamotten zu kaufen, weil der P&C damals schon ein respektables Sortiment hatte, jedenfalls für denjenigen, der es gewohnt war in hessischen Kleinstädten einzukaufen. Dass in etwas größeren Städten, wie z.B. Berlin, ein nur ganz okayes Sortiment niemanden mehr hinterm Ofen hervorlockt, bzw. eine Reise in den Westen der Stadt antreten lässt, war dem Düsseldorfer Modehaus auch klar. Daher dachten sie sich mit Fashionation ein Shop-in-Shop Konzept aus, das ab sofort ein paar extravagantere Marken, darunter Costume National, Helmut Lang, See by Chloe, Unconditional etc. anbietet, die sonst selbst in Berlin nicht so ohne Weiteres überall zu haben sind. Letzte Woche wurde mit viel Brimborium und ausgewählten Modemenschen das “Worldclass Depatement” mit SomethingALaMode in der Filiale in der Tauentzienstraße eröffnet. Das Video zur Party kann man sich hier ansehen.

PS: Ab heute gibt es die Abteilung übrigens auch im P&C-Haus in Stuttgart.

“Prinzipien der Unordnung” -
Vladimir Karaleev auf austrianfashion.net

Donnerstag, 10. März 2011

Während der Fashionweek im Januar traf ich Vladimir nach seiner ersten Show am Bebelplatz in seinem Atelier in der Leipziger Straße zum Interview für das austrianfashion.net für das ich ab sofort wieder regelmäßig aus Berlin berichten werde…

(…) Vor 10 Jahren kam er zum Studieren an die Spree. Nach seinem Modedesign-Abschluss an der Hochschule für Technik und Wirtschaft blieb er in der Stadt, bezog ein Atelier in Berlin-Mitte und blickt seitdem über Nähmaschine und Zeichentisch hinweg aus einer riesigen Fensterfront auf eine Paradewohnanlage des DDR-Sozialismus an der Leipziger Straße. Die Vorstellung eines Nachwuchsdesigners, ein geräumiges Atelier im Zentrum einer aufstrebenden Metropole beziehen zu können, ist jenseits von Berlin undenkbar. Zu unmöglich ist den meisten der Spagat zwischen eigener Kreativität und der Notwendigkeit für den Lebensunterhalt zu sorgen. Die vergleichsweise niedrigen Mieten in der deutschen Hauptstadt und geringe Lebenshaltungskosten machen es möglich. ()

Das Interview bildet den Auftakt einer Serie auf dem Wiener Modeportal, für die ich künftig ausgewählte Beliner Designer vorstellen werde.

JULIAANDBEN AW2011/2012

Mittwoch, 9. März 2011

Hier eine Auswahl der kommenden Damenkollektion:

JULIAANDBEN

Gareth Pugh AW2011/2012

Montag, 7. März 2011


credit: catwalking

Nachdem Gareth Pugh seine Kollektion in Form einer Videoarbeit, die in Zusammenarbeit mit Nick Knight entstanden war, bereits in Mailand zur Fashionweek vorgestellt hatte, gab es dieser Tag in Paris nochmal alles live und in Farbe zu sehen. Mit Imran Amed von BoF sprach Pugh vorher über das Phänomen Modefilm und die schöne Möglichkeit beides machen zu können:

Bislang bin ich auch noch nicht davon überzeugt, dass der Videoclip einmal die Show völlig ablösen wird. Eines aber kann der Clip jetzt schon besser, ich beschrieb es einmal mit den folgenden Worten und halte daran fest: “Besser kann man wohl kaum Intention einer Kollektion zeigen: Moodboard, Konzept, Kreation und Präsentation in einem. Schon geil.”

modetreue 3/3

Montag, 28. Februar 2011

Viele Forscher verorten die Geburt der Identität in die Zeit der Renaissance. Das war eine Zeit, in der, einhergehend mit gesellschaftlichen Umstrukturierungen, zunehmend spezifische Kompetenzen gefragt waren. Diese wurden einem nicht länger mit der Identität angeboren, sondern mussten erworben werden. So waren Tugend, Eleganz und Annehmlichkeit zwar immer noch nette Eigenschaften, brachten einen aber in Politik und Wirtschaft nicht unbedingt weiter. Die erforderlichen Kompetenzen verlangten nach einer gezielten Erziehung. Mit dieser Tatsache ging die Feststellung einher, dass nicht jeder alles gleich gut konnte, das “nichts dem Menschen weniger gleicht als ein Mensch.”

Mit dieser Erkenntnis wurde man sich einer völlig neuen Problematik gewahr – die von der Beziehung von Allgemeinem und Besonderem, man kann auch sagen, die zwischen Individuum und Gesellschaft. Führte man zuvor das Andere auf das Gleiche, das Besondere auf das Allgemeine zurück, beginnt man spätestens seit der Renaissance Andersartigkeit als solche zu registrieren.
Mit dem Auflösen der einen Weltordnung löste sich aber nicht automatisch auch das Bedürfnis des Einzelnen nach Stabilität auf. Weil es die Stabilität nicht mehr gab, musste jeder etwas Eigenes suchen, um sich selbst zu stabilisieren. Das neu erwachte Individuum tat dies, indem es sich umschaute und beobachtete, was die anderen so taten, um sich selbst zu stabilisieren. So entstand ein Geflecht aus Individuen, die damit beschäftigt waren, zu beobachten, beobachtet zu werden und zu beobachten wie sie beobachtet werden. Der Systemtheoretiker Niklas Luhmann bezeichnete das später als ein System zweiter Ordnung, das sich nicht wie das System erster Ordnung zuvor aus einer Ordnung konstituierte, sondern durch die Vielzahl aktiv Agierender unterschiedliche Perspektiven ermöglichte und dadurch unterschiedliche Sichtweisen und unterschiedliche Ordnungen.

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Goodbye John…

Sonntag, 27. Februar 2011


via un nouveau ideal

Das war’s fürs erste. John ist raus und wir können uns die Bilder dessen, was er für Dior bis dato geschaffen hat in Erinnerung rufen. Z.B. die von seiner letzten Dior Haute-Couture Show im Januar in Paris (s.o.). Der Eklat, der angeblich viel weniger dramatisch abgelaufen sein soll, als man sich das jetzt so vorstellen würde, fand übrigens im La Perle statt. Bei Modepilot erfährt man ein bisschen was über den Laden, der nur wenige Gehminuten von meiner Pariser Unterkunft im Marais entfernt liegt und ein beliebter abendlicher Abhängeort während der Fashionweek ist.

modetreue 2/3

Sonntag, 27. Februar 2011

In vormodernen Zeiten gab es viele Probleme, die uns heute plagen, überhaupt nicht. Das Problem z.B., sich nicht entscheiden zu können, weil einem so viele Möglichkeiten offen stehen, dass man gar nicht mehr weiß, was für einen das beste ist, dieses Problem hat es nicht gegeben. Es gab eine gottgegebene Wahrheit, eine große Ordnung der Dinge, nach der alles lief und nach der sich alle richteten. Und lief etwas einmal nicht nach Plan, dann war das nicht weiter irreführend, sondern lediglich eine Abweichung, die es galt, wieder auf die große eine Ordnung zurückzuführen. Es gab keine Kontingenz, keine Fülle an denkbaren Möglichkeiten, an theoretisch möglichen Wahrheiten, wie wir sie heute kennen. Das machte das Leben sehr überschaubar.

Diese fehlende Kontingenz bezog sich nicht nur auf äußerliche Möglichkeiten, sondern ebenso auf innere. D.h. es gab keine unterschiedlichen Seinsmöglichkeiten, keine Individuen, keine Identität, jedenfalls nicht in der Form, wie wir sie heute kennen. Vor dem 17. Jahrhundert wurde man in seine Identität hineingeboren. Man war dann entweder adelig, arm, Sohn oder Tochter von usw. Dies konstituierte einen Rahmen, innerhalb dessen man sich verhalten konnte. Selbstverständlich hatte man die Möglichkeit, sich außerhalb dieses Rahmens zu bewegen, sich eigenwillig zu kleiden oder eine eigene Meinung zu artikulieren. So war man aber kein besonders einfallsreicher, individueller Mensch, wie wir es heute vielleicht sehen würden, sondern – mit viel Glück, ein Held – meist aber eher ein zu beseitigender Störenfried oder schlichtweg verrückt.

Ob die Menschen damals glücklicher gewesen sind, vermag ich hier spontan nicht zu sagen. Eines ist aber wohl sicher, sie hatten ein stabiles Weltbild und viel mehr Zeit sich mit anderen Dingen als sich selbst zu beschäftigen.

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modetreue 1/3

Samstag, 26. Februar 2011

Heute vor einer Woche war ich in Mannheim und las einen Text zum etwas abstrakten Begriff “Modetreue”, allen durchaus berechtigten Befürchtungen zum Trotz, dass sie ein bisschen zu komplex sein könnte, meine Ausführungen, um sie lesend einem Publikum vorzutragen. (Mir liegt die Form des Vortrags eher) Daher hier in Portionen mein Text zum Nachlesen (Ich stütze mich im Text in erster Linie auf die Überlegungen Elena Espositos zur Paraxodie der Mode. Die Zitate stammen – sofern nicht anders vermerkt – aus der gleichnamigen Publikation):

Mode und Treue sind zwei Dinge, die dem ersten Anschein nach nichts miteinander zu tun haben. Die Mode wurde lange verstanden als recht oberflächliches Phänomen. Die meisten der wenigen Theoretiker, die sich im Laufe der Entwicklung der Moderne mit ihr befassten, kamen zu dem Schluss, dass die Mode grundsätzlich unnötig ist. Sie sei vielmehr eine auffällige Form des Konsums und weniger ein ernstzunehmendes wissenschaftliches Feld. Im 17. Jahrhundert war die Mode die „Göttin des Scheins, der Wahnsinn, dem man sich nicht entziehen konnte, die Königin des gesellschaftlichen Lebens. Neben der Wahl der Kleidung und der Gewohnheiten, lenkte die Mode selbst die Wahl der Sitten, der Moral, der Art zu Reden und der Theoriebildung.“ Im Grunde hat sich daran nicht viel geändert, nur verlor die Theorie im Laufe des 19. Jahrhunderts das Interesse an ihr. Die Mode wurde zu einem nichtigen und umgrenzten Gegenstand, der auf die Kleidung beschränkt und vorwiegend den Frauen vorbehalten war. Das Seltsame daran ist, dass das genau zu einer Zeit passierte, in der die theoretische Auseinandersetzung mit modernen Phänomenen wie die Temporalisierung und der zunehmende Individualismus und die sich daraus ergebenden Konsequenzen zunahm. Dabei ist es doch gerade die Mode, die diese Phänomene gestaltet und operationalisiert. Wer sich mit Mode befasste – und das hat sich bis heute kaum geändert – setzte sich in der Regel nur mit Kleidung und mit der Art, den eigenen Körper zur Schau zu stellen, auseinander. Wie konnte es dazu kommen?

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Schwester im Geiste.

Dienstag, 22. Februar 2011


credit: zeitmagazin

Erst seit dem Portrait im aktuellen ZEIT Magazin bin ich Fan von Anna dello Russo. Vorher war sie so da und irgendwie egal. Jetzt mag ich sie richtig gerne, sofern man als Leser nicht zu sehr beeinflusst ist von der Begeisterung Ilka Piepgras’, die die Italienerin für das Magazin in Mailand besuchte (und von Jürgen Teller fotografieren ließ).

Mein Gesicht ist nicht besonders sehenswert.
Die Leute sollen lieber auf meine Kleider achten.

Rad Hourani AW2011/2012

Dienstag, 22. Februar 2011


credit: catwalking

Zum Thema Unisex darf natürlich Rad Hourani nicht unerwähnt bleiben.