credit: Concorde.
…ist mit Sicherheit einer der wahnsinnigsten Filme, die ich je gesehen habe, vielleicht der wahnsinnigsten Dinge überhaupt. Möglicherweise saß ich die ganze Zeit mit aufgerissenen Augen und weit geöffnetem Mund im Kino. Ich kann mich nicht erinnern, überhaupt habe ich so ziemlich alles vergessen. Worum geht es eigentlich? Es geht “einfach” um alles! Und jede Kritik, jedes Lob, jeder Versuch darüber zu sprechen, vermag nicht dem Gesehenen, dem Erlebten zu begegnen und beschreibt es doch gleichzeitig zu genau. Und Terrence Malick ist irre, wenn er glaubt, das erzählen zu können was er erzählt und auf eine seltsame Art gelingt es ihm dennoch, indem er es einfach erzählt. So weiß er wohl sehr genau, dass der gesamte Film einfach nur verrückt ist und jede Kritik, die sich gegen eben jenes Wahnsinnige wendet, mag etwas Essentielles nicht verstanden haben. Und es ist ein bisschen so, als lachte Malick laut von der Leinwand herab, “ja, ihr Spinner, ich weiß es ist komplett irre, aber ich will es einfach genauso haben, weil es das ist, was ich erzählen möchte!” Möglicherweise ist es genau der Punkt in dem wir uns treffen, dass ich ihn in seinem Irrsinn verstehe und es dieses “ich scheiße auf alles” ist, dieses “ich will das aber so”, der Trotz, gehüllt in Sanftmut, der es schafft meine Seele zu berühren. Malick hat keinen Film gemacht, sondern ein Kunstwerk geschaffen und ich weiß nicht wie ich es weniger esoterisch klingen lassen kann, wenn mich ein “Film” erfasst, der bei allem Kitsch nie kitschig ist, bei aller Überladenheit nie überladen. An keiner Stelle war etwas zu viel und selbst die Dinosaurier gehörten einfach irgendwie dazu, ebenso wie die Szene als die Mutter die Seele ihres toten Kindes an Gott übergibt. Es ist alles so echt, so natürlich, so normal dass es mich ganz sprachlos macht, wie ein fremder Mensch, ein Christ, all das in Bilder fassen kann, woran ich zutiefst glaube. Und so würde ich ihn gerne umarmen und ihm danken, für seine Sicht, für sein Talent, völlig undogmatisch, voll Gnade, seine Sicht von etwas zu zeigen, was täglich in jedem von uns passiert. Und der Film endet genau in dem Moment, in dem ich denke, dass das Unaussprechliche ausgesprochen ist, um sich in der nächsten Sekunde wieder in Unendlichkeit aufzulösen, um mich klein und allein zurückzulassen mit aufgerissenen Augen und weit geöffnetem Mund, voll Staunen, no questions answered.