Archiv für die Kategorie „Bücher“

Elfriede #01

Donnerstag, 18. November 2010

ich hab geheiratet, sonst gehts mir auch gut. gottseidank keinen künstler (NIE wieder!) sondern einen naturwissenschaftler (elektronik), der auch elektronische musik erzeugt, nicht zum zwecke der kunst, sondern zum zweck des gebrauchs (film, tv, hörspiel etc.). das ist sehr angenehm. einen münchner, daher teil ich jetzt meine zeit zwischen wien und münchen, ist ja nicht weit, hätt ja auch ein hamburger sein können

Elfriede Jelinek an Otto Breicha

„Der schlecht gelaunte Liebende“ oder
von der „Vervolkstümlichung der deutschen Literatur“.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

In der morgen schon wieder alten Ausgabe der ZEIT beginnt eine Reihe, die sich mit der Lage der deutschen Literatur befasst. Warum auch nicht, ist schließlich der jetzige Zeitpunkt zum Beginn der Frankfurter Buchmesse nicht der schlechtest, einmal zu fragen, wie es denn um sie steht, um die Gegenwartsliteratur, die deutsche. Iris Radisch beginnt die Reihe, indem sie die Sprache einmal genauer unter die Lupe nimmt. Erster Befund: Der Plapperton mache die aktuelle Literatur so erfolgreich….

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sozial erträglich

Mittwoch, 8. September 2010

Die Gebundenheit an den menschlichen Körper bedeutet nicht “Tragbarkeit” im Kontext der “sozialen Erträglichkeit” – im Sinne von “wer soll das denn tragen” -, als vielmehr ausschließlich eine physische Gegebenheit. Wo diese nicht gegeben ist, ist Kleidung Kunst, das heißt Kleidung wird dann vom System Kunst als Form benutzt, Kleidung einschließlich Accessoires wie Taschen oder Schuhe verweisen immer auf den menschlichen Körper, das heißt sie versinnbildlichen seine Form…

Ingrid Loschek in “Wann ist Mode?”, S. 24/25

This is so contemporary

Dienstag, 27. Juli 2010


credit: e-flux.com

Die Kunst und die Mode treiben gelegentlich ähnliche Fragestellungen. Erstere öftmals drängender als letztere. Die Frage, was ist zeitgenössisch ist erstmal eine, die sich in der Mode nicht so spontan stellt. In ist was eben in ist, was zeitgenössischt ist, was jetzt ist, was gerade aktuell getragen wird, von Menschen, die in sind und das Insein für sich proklamieren. “Zeitgenössisch” beschreibt aber auch immer einen Moment. Jetzt – jetzt – jetzt – jetzt – jetzt —— ups, schon vorbei… usw. Was jetzt zeitgenössich ist, ist morgen oll und wer will das schon sein!? Entweder immer zeitgenössisch (was mitunter sehr anstrengend werden kann) oder besser irgendwas anderes, überzeitlich… vielleicht ein Klassiker (?). Ist es der geheime Wunsch eines Modemachers, etwas zu schaffen, das bleibt, etwas, das auch morgen noch “Jetzt” ist, einmal kurz Herr des Wandels zu sein?

“What is contemporary art?”
June 2010, English
10.8 x 17.8 cm, 216 pages, 24 b/w ill., softcover
ISBN 978-1-934105-10-8
Cover design: Liam Gillick
Photo: Mila Zacharias

Mit Texten von:  Zdenka Badovinac, Hu Fang, Hal Foster, Boris Groys, Jörg Heiser, Carol Yinghua Lu, Cuauhtémoc Medina, Hans Ulrich Obrist, Raqs Media Collective, Dieter Roelstraete, Martha Rosler, and Jan Verwoert.

if you like, order here.

born with a nervous breakdown

Sonntag, 25. Juli 2010


credit: Fondation PB YSL

Ich lese gerade sehr viel. Schreibe eher weniger. Aktuell “The Beautiful Fall” von Alicia Drake (finally!), in dem ich erfuhr, dass Yves Saint Laurent eine freundschaftliche Beziehung zu dem Maler Bernard Buffet führte. Auch wenn letzterer irgendwann – so sagt man – im Strudel der Kommerzialisierung unterging und dadurch schnell seinen Avantgardestatus einbüßte, muss ich sagen, dass ich viele seiner Bilder und Zeichnungen sehr schätze (die späteren Sachen sind aber auch einfach nicht so toll. Die Clownbilder hätte er sich echt sparen können!). Schön sind sie, sehr melancholisch auch, dramatisch, entrückt…

Cream, Creamier, Creamiest…

Montag, 5. Juli 2010


100 Emerging Artist selected by 10 international curators. Durfte da jeder 10 vorschlagen? Was passierte, wenn mehrere die gleichen Künstler vorgeschlagen haben? Wurde dann gelost, damit hinterher keiner beleidigt ist, wenn der eigentlich von ihm vorgeschlagene Künstler sich etablieren konnte? Ist ja irgendwie auch eine Chance der Profilierung. Nach dem Motto “Ich hatte den richtigen Riecher…”. Well. Reinschauen sollte man wohl mal, in dieses Buch, bevor es überholt ist, denn das sind sie oft schnell, diese Langfristigkeit beanspruchenden Publikationen…

Wer alles mit dabei ist und wo man das Buch bekommt, erfährt man hier.

Nightshift

Dienstag, 27. April 2010


via Flickr.

Tresor welcomes Helene

Samstag, 20. Februar 2010


credit: William Minke

Wer da jetzt alles da war, gestern Abend im Tresor, weiß ich nicht. Ein paar übliche Verdächtige, die die Agentur im Verteiler hat und die sich schön machen auf jeder Party, ein paar Kulturmenschen und sicher auch viele Neugierige, die möglicherweise gar nicht gekommen wären ohne Skandal, den die kleine Helene vom Zaun brach.

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Finally

Montag, 15. Februar 2010

Intertextualität

Samstag, 13. Februar 2010

Jeder Text baut sich als Mosaik von Zitaten auf, jeder Text ist Absorption und Transformation eines anderen Textes. An die Stelle des Begriffs der Intersubjektivität tritt der Begriff der Intertextualität, und die poetische Sprache lässt sich zumindest als eine doppelte lesen.

“Für Julia Kristeva ist kein Text ein selbstgenügsames Gebilde; jeder Text besteht aus einem Bündel von Zitaten, ist ein Kreuzungspunkt anderer Texte und gibt für deren „Permutation und Transformation“ (Umstellung und Umwandlung) unter dem Einfluss seiner ideologischen Voraussetzungen den Schauplatz ab. Dabei umfasst der Begriff „Text“ nicht nur geschriebene Texte, sondern kulturelle Phänomene überhaupt, insofern sie Elemente einer Struktur sind. Ein solcher „Text“ ist somit nicht stabil und fest umrissen, sondern offen für Interpretationen, von denen keine Endgültigkeit beanspruchen kann. Bedeutung kann damit nicht mehr von einem Autor bzw. Schöpfer in einen Text hineingelegt werden, sondern wird erst von der Interpretation hervorgebracht, wobei der Interpret seinen eigenen Text natürlich genauso wenig kontrollieren kann wie der Verfasser des Ausgangstextes, so dass dieser Prozess der Semiose prinzipiell unendlich, ein Standpunkt außerhalb des Textes unmöglich ist.”

via Intertextualität – Wikipedia.
Vgl. auch dazu “Die Autorin Helene Hegemann hat abgeschrieben. Na und?” Feuilleton DIE ZEIT, 11.02.2010