Zwischen Abitur und meinem erstem Semester an der Uni in Frankfurt (dazwischen lagen 6 Monate und eigentlich wollte ich ja Dokumentarfilm studieren) habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, Fernzusehen, besonders Filme. Ich habe unzählige VHS Kassetten (!) bei meinen Eltern im Keller stehen, alle mühsam aufgenommen, denn eine brauchbare Videothek gab es nicht in der Nähe… Peter Greenaway mochte ich damals sehr gerne, auch Antonioni.
Jetzt versuche ich anzuknüpfen an die Zeit und nehme mir vor, jeden Abend einen Film zu sehen. Kein Buch zu lesen… Bisher bin ich immer auf der Hälfte eingeschlafen. Ich übe! Das “gute” daran ist, dass man ja heute gemütlich mit dem Laptop im Bett schauen kann. Der geht dann einfach irgendwann aus und am nächsten morgen sucht man die Stelle, an der man einschlief und schaut einfach weiter… (beraubt einen aber der nicht völlig unwichtigen Tatsache, den Film nicht an einem Stück gesehen zu haben – ich erforsche gerade noch WIE essentiell das ist). Äh. Ja. Warum erzähle ich das!?
Anyway. Gestern/heute war es Donnie Darko. Seit dem Text von Kim Gordon zu Rodarte in Texte zur Kunst auf der Prioritätenliste nach oben gerutscht. Als nächstes (also heute abend und morgen) kommen The Man Who Fell to Earth und THX 1138, Filme, die der Frühjahr 2009 Kollektion von Kate und Laura Mulleavy als Inspiration dienten…
Aber zurück zu Donnie Darko. Das erste Video hier zeigt die Anfangsszene im Director’s Cut mit Never tear us apart von INXS unterlegt. Tatsächlich ausgestrahlt wurde diese aber mit The Killing Moon von Echo & The Bunnymen (hier in der Anfangsszene zu sehen) , was mir persönlich nicht besser gefällt, was vielleicht daran liegt, dass der Text mir in dem Zusammenhang zu plakativ ist: “The killing moon will come too soon… Fate up against your will through the thick and thin. He will wait until you give yourself to him.”
Worum geht es bei Donnie Darko? Eine präzise Zusammenfassung liefert Wikipedia. Stampft man die Geschichte auf ihr Wesentliches zusammen, bleibt ein 16jähriger Junge, an der Schwelle zum Erwachsensein (erste Liebe, erster Sex, erste Konflikte). Bloß bedient sich Richard Kelly bei seinem Regiedebüt von 2001 (der Film spielt 1988) einiger ausgefeilter Besonderheiten, die das Thema dick ausstaffieren und letztlich zu einem”satirisch angehauchten, High-School-Science-Fiction-Film und Psychogramm” des Hauptdarstellers machen, das teilweise sehr davidlynch’esk daherkommt und an keiner Stelle zu dick wird. Absurditäten (sowohl inhaltliche als auch darstellerische) und hyperrealistische Highschoolschwüle (ALLE Klischeerollen sind besetzt!) halten sich die Waage, erzeugen ein wunderbares Gleichgewicht, das noch Raum lässt für (bitteren) Humor. Ein Vergnügen das auch die Musik der Zeit zu einem sinnigen Soundtrack verwebt.
Also diese kleinen Musikvideos im Film sind schon ein wenig absurd (allerdings wird in einem Abklatsch das komplette Schulklima abgefrühstückt, in einer Manier wie sie die MTV-Generation nur zu gut kennt). UND übrigens. ich wäre total verknallt gewesen in Donnie Darko…
Schlagworte: Donnie Darko, INXS, Jake Gyllenhaal, Richard Kelly, Rodarte, Tears for Fears
und wie/ wo guckst du die filme alle? auf dvd gekauft?
selbstverständlich :)
ich habe aber auch von der möglichkeit gehört, filme online im stream anzuschauen. Da soll es diverse Seiten geben, wo man das machen kann…