Was war da los Mr. Kimmel?


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Adam Kimmel hat es gerne mit der Kunst. So kooperiert er schonmal mit den Fotografen Gerard Malanga (bekannt aus Andy Warhols Factory Umfeld) und Jim Krantz (dem Initiator des Marlboro Man) und lässt sich bevorzugt beraten von dem Kurator Neville Wakefield (der auch schon mal mit Nick Knights SHOWSTUDIO arbeitet) und dem Art-Director Alexander Wiederin (Another Magazine).

Wer die Inszenierung seiner aktuellen Kollektion während der Pariser Modewoche etwas befremdlich fand, mag diese vielleicht ein wenig besser verstehen, mit dem Wissen, dass es sich hierbei erneut um eine Kunst-Mode-Kooperation gehandelt hat. Mr. Kimmel mag nämlich keine simplen Präsentationen, lädt sein Tun lieber intellektuell auf und lässt sich hinreißen zu Aussagen wie: „Künstler sind definitiv interessanter als Modedesigner. Gallianos Arbeit wird in 100 Jahren vergessen sein. Die Bilder im Louvre nicht.“


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Modisch gesehen passiert bei Adam Kimmel kaum etwas. So finden wir jede Saison aufs Neue klassische Herrenmode mit dezenten zeitgenössischen Anpassungen. Im Winter kommt ein bisschen Schnickschnack hinzu: Spielkartenmotive, ein Roulettetisch, gedruckt auf den Rücken eines grünen Gehrocks, Samt, Streifen, Paspeln. Im Grunde alles „schamlos tragbar“, wie Adriano Sack in seiner Kollektionsbesprechung in der aktuellen MONOPOL schreibt.


credit: Adam Kimmel

Zentral ist allerdings immer die Inszenierung, die Kimmel seit seiner letzten Kollektion besonders zu genießen scheint. Im Sommer steht alles im Zeichen des Cowboys und so holte sich der amerikanische Designer niemand geringeres als Jim Katz ins Boot, dessen Cowboyinszenierungen Marlboro zum Lonesome Boy mit Kuh und Pferd und Kippe in der Steppe am Lagerfeuer Image verhalfen. Ein kunstvolles Video, gedreht von Meredith Danluck unter der Anleitung Neville Wakefield kann man sich auf der Website Kimmels ansehen und bequem per Vimeo ins eigene Blog einbinden. Monsieur scheint auf der Höhe der Zeit!

The Cowboy in the Continental Suit

Im Januar nun tragen seine Models Masken, frei gestaltet nach Bildern des amerikanischen Malers George Condo und gänzlich gegen gängige Schönheitsideale gerichtet. In voller „unappetitlicher Transformation“ hängen die Jungs lässig an Spieltischen, verzocken ihre Kohle und geben sich dem „schlampigen Luxus“ hin, den Condo selbst so gerne feiert und von dem sich Kimmel scheinbar höchst inspiriert fühlt. Keine Show, keine First Row – die Besucher flanieren zwischen den Spieltischen, wie Zuschauer einer Performance im musealen Raum.


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Adam Kimmel macht es sich nicht leicht, sondern erzeugt lieber Referenzen, gibt dem Offensichtlichen eine weitere tiefgründige Ebene. Er „adoptiert nicht ein paar Motive von Richard Prince für seine Handtaschen, sondern bediente sich der gleichen Originalquellen.“ Bei ihm „mischen sich Hochachtung für Kunst und Abenteuerlust,“ schreibt Adriano.

Ich empfehle zur weiteren Lektüre:

„Freakshow: Der US-Desinger Adam Kimmel kollaboriert mit George Condo.“ Von Adriano Sack. In: MONOPOL März 2010
„Moab, Utah“ Von Christopher Bollen. In: 032c Winter 2009/2010

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