
Blick in die Ausstellung ANTIREPRESENTATIONALISM – TROUBLE WITH REALISM (October/ November 2009)
Da gibt es ein neues Haus in Berlin Mitte, in der Brunnenstraße, unweit des Rosenthaler Platzes und das schaut so aus, als sei es nicht ganz fertig, im Rohbau, sozusagen. Eine Galerie (Koch Oberhuber Wolff) beherbergt das Gebäude und demnächst auch die Redaktion der 032c (kürzlich erst ausführlich bei Business of Fashion besprochen) und kommt dabei so herrlich unpassend daher, in einer Gegend, die neben der üblichen Altbauten nur schnieke Touristenbunker zu bieten hat.
Arno Brandlhuber, der Architekt, der sich der Überreste eines gescheiterten Bauprojekts aus den 1990ern annahm, ist ein Freund experimenteller Wagnisse und laut Monopol-Autorin Silke Hohmann “einer der interessantesten Architekten derzeit, weil er auf theoretische, urbanistische Fragen leichtfüßige, praktische Antworten findet.” Wer in der Brunnenstraße einmal genauer hinsieht, versteht sofort, was gemeint ist. Flott aus Fertigbetonteilen zusammengesetzt, wo hier und da ein Stück scheinbar spontan ausgelassen wurde (die dennoch montierten Steckdosen veranlassen die Vermutung), schiefe Ebenen innen und im Hof, eine unheimliche Außentreppe, Materialspuren…

Blick in die Ausstellung ANTIREPRESENTATIONALISM – TROUBLE WITH REALISM (October/ November 2009)
Ist die Galerie geschlossen, verschließt ein großes metallenes Tor den Zugang, zur sonst sehr offenen Ausstellungsfläche (Besucher stolpern praktisch vom Gehweg barrierefrei vor die Kunst). Werbeplakate und Grafitti verwehren den Eindruck einer kompletten Architektur. Ein Haus, so unfertig wie die ganze Stadt. Groteskerweise konnte sich dieser “Berlin way of life” zumindest auf konzeptueller (der interessanteren) Ebene in der Baukunst der Hauptstadt bisher nicht durchsetzen. Was die Architektur betrifft, ist Berlin wahrlich kein Hort des Neuen. Mit der Brunnenstraße 9 findet da möglicherweise eine Änderung statt.

Blick in die Ausstellung ANTIREPRESENTATIONALISM – ISSUES OF EMPATHY

Blick in die Ausstellung ANTIREPRESENTATIONALISM – ISSUES OF EMPATHY, links: Claudia Maier, Gegend, 2005; rechts: Oliver Kossack, This would be the end of that, 1998 – 2008. Courtesy KOCH OBERHUBER WOLFF
Fachmännischere Informationen und weitere Ansichten hier.
Die Bilder zeigen Teile der Ausstellungsreihe ANTIREPRESENTATIONALISM, deren letzter Teil ISSUES OF EMPATHY noch bis zum 15. Januar zu sehen ist. Weitere Informationen hier.
Weitere Arno Brandlhuber Bauprojekte:

Köln, 2004 / b&k+ Arno Brandlhuber & Markus Emde, Martin Kraushaar + Jochen Lambmann. Dentallabor in Fertighalle. © Michael Reisch

„Studio Buildings Lehrter Straße”. Berlin, 2007- / b&k+ Arno Brandluber + ERA; Arno Brandlhuber, Bruno Ebersbach, Christian Geisser, Philipp Reinfeld, Florian Steinbeck, Jan Winterstein. Wettbewerbsbeitrag für ein Atelier und Wohngebäude

Box 2.0 cph. Kopenhagen, 2005 / b&k+ Arno Brandlhuber & Markus Emde, Martin Kraushaar + Clay Ketter. Gemeinschaftlich mit Clay Ketter konzipierte Installation für die Räume des Galerieprojektes ” Box 2.0″ in Kopenhagen. © Anders Sune Berg
Weitere Projekte hier.
Schlagworte: 032c, Architektur, Arno Brandlhuber, Berlin, Brunnenstraße 9, Galerie, Koch Oberhuber Wolff


Bitte dringend email adresse und Telefonnummer senden da ich ein Projekt vorschlagen möchte.
Gruß RK
Steht doch alles im Impressum.