Schöne Kunst und schöne Menschen.
Art Basel Miami Beach

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Aurel Schmidt vor einem Martin Kippenberger, Art Basel 2009, Miami.
Photo Olivier Zahm

Zu meinen Studientagen war es Usus, mit dem Baden Württembergticket bis zum Basler Badischen Bahnhof zu fahren, das Fahrrad mit im Gepäck, um zum Kunstwochenende ein bisschen von Kunst zu Kunst zu radeln (sämtliche Berichte dazu auf f&art). Mittlerweile studiere ich nicht mehr und lebe auch nicht mehr im Badischen, das Zentrum der Kunstwelt hat sich auch eh ein bisschen verlagert. Basel hat als wichtiger Kunststandort zwar nichts an Bedeutung eingebüßt, wirklich hip ist es aber nur in Miami, bei der Satellitenveranstaltung Art Basel Miami Beach, die Art Basel Ex-Chef Samuel Keller (mittlerweile Direktor bei der Fondation Beyeler in Basel) 2002 aus dem Boden stampfte.

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Auf der jungen Messe “It Ain’t Fair”, Photo Olivier Zahm

Damit der (junge/neue/frische) Kunstfreund auch ein bisschen mitreden kann, haben die brandeins (12/09. Schwerpunkt Kunst) und die Monopol ihre aktuellen Ausgaben ganz der Kunst, bzw. im Falle der Monopol den 00er Jahren gewidmet. Zentrale Persönlichkeiten kommen darin zu Wort und beleuchten je einen für sie zentralen Aspekt der großen Blasenzeit. Die große Kunstblase, die heute viel eher einem schlaffen Ballon gleicht, als den zerfetzten Überresten eines Knalls.

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Dawn Goldworm in Bottega Veneta vor Alex Katz, Art Basel 2009, Miami. Photo Olivier Zahm

Der Glamorosität des Kunstunterfangens hat das aber keinen wirklichen Abbruch getan. Die Reichen und Schönen strömen weiterhin (vielleicht ein bisschen weniger als sonst) an den Strand und lichten sich ab, vor und neben glamoröser Kunst, glamorösen Künstlern, glamorösen Käufern und glamorösen Zaungästen. Die Wirtschaft fragt skeptisch: “Geht die Kunst anders mit der Krise um als andere Branchen?” Samuel Keller antwortet:

Krise ist für viele Künstler etwas Gutes. (…) Grundsätzlich lebt die Kunst von der Veränderung. Insofern wird die Krise in der Kunstwelt nicht nur negativ diskutiert. (…) Künstler machen Kunst, weil sie müssen. Und auch die Kunstbranche gibt es nicht nur deshalb, weil sich damit Geld verdienen lässt.

Ja, aber warum gibt es sie dann? Auch hier weiß Herr Keller eine Antwort:

Das Tolle an der Kunst ist das Verbindende, das offene System, an das jeder andocken kann. Die Art Basel ist wahrscheinlich die größte Konzentration von talentierten und reichen Menschen auf der Welt. (…) Und alle bringen das Wissen und die Kontakte ihrer Branchen zusammen. Das ist eine große Kommunikationsplattform.

Aber um die Kunst an sich geht es auch:

Da geht es doch auch im den Inhalt, nicht um leere Hüllen. (…) Im Zentrum der Art Basel stehen gute Kunstwerke und interessante Persönlichkeiten.

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Aaron Bondaroff and André , next to an Aaron Young sculpture, at It Ain’t Fair, December 2/6, 2009, Miami. Photo Olivier Zahm

Wörtlich nimmt das Olivier Zahm, indem er kurzerhand “interessante Persönlichkeiten” vor “guten Kunstwerken” dokumentiert und auf dem Purple Diary veröffentlicht. Schaut ja auch gut aus und warum nicht das Schöne mit dem Angenehmen verbinden!?

Einen visuellen Eindruck des Kunsttreibens in Miami vermittelt Julia:

“It Ain’t Fair” bei OHWOW from LesMads on Vimeo.

Mehr Informationen hier.

Die Bilder stammen alle von Olivier Zahm. Weitere finden sich auf Purple Diary. Die Zitate sind entnommen aus: “Erst nach dem Scheitern entsteht das Interessante”. Samuel Keller hat die Art Basel Miami Beach erfunden und mit ihr das Kunstmarketing als glamouröses Gesellschafts-Event. Interview: Markus Albers. In: Brandeins 12/09. Schwerpunkt Kunst. “Was die Wirtschaft von der Kunst lernen kann. Und umgekehrt.

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2 Kommentare zu „Schöne Kunst und schöne Menschen.
Art Basel Miami Beach“

  1. blica sagt:

    schön zusammengedacht + geschrieben, frau kupka. und bei “von kunst zu kunst radeln” kommen bei mir grade sämtliche erinnerungen an kunstgeschichte-exkursionser-fahr-ungen (ha, welch ein dreh!) hoch.

  2. blica sagt:

    und: ich sollte wohl mal wieder öfter ins purple-diary schauen…